23.04.15

GirlsDay 2015: Zum 1. Mal im DLR School Lab RWTH Aachen University

"Etwas tiefer fliegen!"

Seit nunmehr 2001 wird der Aktionstag GirlsDay bundesweit ausgerichtet, um Mädchen und junge Frauen für technische und naturwissenschaftliche Berufe zu begeistern. Er soll Einblicke in Unternehmen oder Forschungseinrichtungen gewähren und Neugier für technische Themen wecken. In 2015 oeffnete nun erstmals das 2014 an der RWTH Aachen University eingerichtete DLR_School_Lab Aachen seine Pforten zum GirlsDay.

Der Tag begann mit dem Empfang der zahlreichen Teilnehmer des Girls und BoysDays um 8Uhr30 im Hauptgebäude der RWTH Aachen am Templergraben. In einem Kurzvortrag wurde von Vertretern des RWTH-Gleichstellungsbüros der Hintergrund der Veranstaltung erläutert. Um dem Fachkräftemangel entgegen zu steuern, ist das Aufbrechen der Vorstellung, bestimmte Berufe seien eindeutig auf Männer oder auf Frauen zugeschnitten, notwendig. Für 25 Teilnehmerinnen ging es anschließend begleitet von unserem langjährigen studentischen Mitarbeiter Daniel Klober mit dem RWTH-Fahrdienst in das Technologiezentrum am Europaplatz. Dort warteten bereits die Kursleiter Nor Nabil am Fahrsimulator, Frank Weidler am Quadrocopter, Marie Ossenkopf am humanoiden Roboter NAO und Juliane Schlierkamp an unserem virtuellen Fußgängersimulator, den wir liebevoll Holodeck nennen. Nach einem Vortrag über die Robotik von Laborleiter Kadir Yilanci, durchliefen die Teilnehmerinnen in vier Gruppen aufgeteilt diese Experimente des DLR_School_Labs.

Das Holodeck ermöglicht einen virtuellen Spaziergang über unseren Nachbarplaneten Mars. über die bisherigen Marsmissionen berichtete der Einführungsvortrag; hier griff Experimentleiterin Juliane die Fragen der Schülerinnen auf. Dabei entschuldigte sich Teilnehmerin Julia, dass sie mit ihren Fragen so aufhalte. Doch Juliane entgegnete, dass es doch besser sei, etwas zu erzählen, das die Sch¼lerinnen auch interessiert.

Am Fahrsimulator erfuhren die Mädchen, was passiert, wenn der Vordermann bremst, wie die entsprechenden Regler im Auto heißen und den damit zusammenhängenden Unterschied zwischen IST- und SOLL-Werten. Nor Nabil fragte aber zu allererst: ?Wo befinden sich in einem Auto aber Gas, Bremse und Kupplung und in welcher Reihenfolge?? Die 13-15-jährigen Teilnehmerinnen konnten prompt antworten und belächelten diese doch so einfache Frage; wichtig und interessant aber, schließt daran an, ob ein autonom fahrendes Auto diese noch benötigt.

Nach den ersten beiden Experimenten stand für alle Teilnehmerinnen und die Kursleiter eine Mittagspause mit Nudelbuffet an, gesponsert durch das IMA/ZLW&IfU der RWTH Aachen, an dem das DLR_School_Lab angesiedelt sind.

Anhand des humanoiden Roboters NAO zeigte Marie Ossenkopf auf, wie kompliziert es ist, scheinbar einfache menschliche Bewegung in seine Einzelteile zu zerlegen. Denn nur wer jeden noch so kleinen Schritt beispielsweise beim Heben eines Armes beachtet, kann diesen wirklich menschennah an einem Roboter nachahmen.

In dem vierten Experiment geht es um Gestensteuerung von Quadrocoptern. Wer nur durch Gesten das Fliegen aufzeigen will, hebt dazu in der Regel lediglich beide Arme. Ob es möglich ist, einen Quadrocopter ausschließlich mit diesen Gesten zu steuern, wurde bei Frank Weidler diskutiert. Zum Abschluss durften dann alle vergleichsweise den Quadrocopter mit dem iPad und dem herkömmlichen Joystick steuern. Dabei war die Tendenz sehr hoch zu fliegen; mit leicht erhßhtem Puls mahnte der Kursleiter die Teilnehmerinnen: Etwas tiefer fliegen!

Auf dem Boden bleiben, mit viel Wissen und guter Laune nach Hause kommen, daran erinnert die Mädchen in Zukunft die personalisierte Urkunde des DLR_School_Labs RWTH Aachen University und das Team des Schülerlabors freut sich, einige von ihnen in naher Zukunft nochmal in den Laborhallen begrüen zu dürfen.